Stadt Lauchheim

Königliches Oberamt Ellwangen

Kündet und zu Wissen sei Allen,

die es hören müssen oder wollen:

Dass auf untertänigst bittlich Ansuchen

eines löblichen Rats der ehrsamen, von

Deutschen Orden hochbefreiten Stadt

Lauchheim zur Förderung der Klein-

tierzucht gegen Zahlung eines ange-

messenen Sportel das Königlich

württemberg. Oberamt zu Ellwangen

im Jagstkreis gelegen vor etlich

Jahr einen

Tauben- und Hundemarkt

geruhsamst bewilligt hat. Und

ist dieser Markt Anno 1897 in die Wirt-

schaft „Zum goldenen Rad“ ge-

geben worden gegen Zusag, denen

Händlern und Gästen ein gutes

Haus zu sein, in Speis und Trank

gar  schmackhaft und billig.

Allem, die diesen Markt, so am

Montag zu Fastnacht liegt, suchen

und besuchen, gebieten wir Freiheit

von Gebühr, Schutz und Schirm

innerhalb unserer Stadt-

                                                Siegel                          Ein löbliches Schultheißenamt

                 Stadt Lauchheim                  zu Lauchheim

Das umstehende Edikt des Königlichen Oberamts Ellwangen ist der Ausfluss des am 12. September 1402 von König Ruprecht dem Comthur Johann von Benningen zu Kapfenburg verliehene Recht „zu ewigen Zeiten alle jar jerlichen dry jermerckte in dem dorff lauchen by kapfenburg gelegen zu halten und zu haben (Quelle: Gerlachsche Chronik). Am 2. Januar 1809 wurden die Märkte verlegt, die drei alten Jahrmärkte auf Fastnachtmontag, Pfingstdienstag und Kirchweihmontag.

Die Jahrmärkte gibt es heute nimmer mehr, „nur“ der Taubenmarkt am Fastnachtmontag blieb übrig. Heute sorgt der 1961 gegründete Kleintierzuchtverein Lauchheim dafür, dass dieses Marktrecht aufrecht erhalten bleibt.
Der Taubenmarkt ist heute eine fastnachtliche Veranstaltung, zu der die Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung sich im Gasthaus „zum goldenen Rad“ alljährlich in fastnachtlicher Laune einfinden.
Für viele ehemalige Lauchheimer ist dies ein jährlicher Pflichttermin, Sie lassen es sich nicht nehmen, am Rosenmontag im „Rad“ dabei zu sein.
Höhepunkt ist dabei die  amerikanische Versteigerung der von den Züchtern des Kleintierzuchtvereins bereitgestellten Tiere. Auktionator ist dabei der Wirt unseres Vereinslokals Eberhard Thamasett.
Er versteht es vorzüglich, die angebotenen Tiere anzupreisen und den Gästen das Geld locker zu machen. Interessant ist es immer, wenn zwei oder mehrere Gruppen von Gästen auf ein Tier bieten. So kann es schon vorkommen, dass ein Kaninchen mehr als 150 Euro in die Vereinskasse des Kleintierzuchtvereins spült. Aber nicht der Preis ist ausschlaggebend, vielmehr die Gaudi, wenn Eberhard Thamasett dann endlich dem „letzten“ Bieter den Zuschlag erteilt.

Aber nicht nur die Tierversteigerung ist an diesem Montag wichtig, genauso die Unterhaltung und die guten Kutteln bzw. Bratwürste der Wirtsfamilie, in deren Küche am Rosenmontag Großkampftag herrscht.

So schafft der Kleintierzuchtverein es, das Marktrecht der Deutschordensstadt Lauchheim weiterhin aufrechtzuerhalten.

Es ist zu hoffen, dass dieses Recht noch möglichst lange in dieser Form aufrechterhalten werden kann, der Kleintierzuchtverein wird hier auch in Zukunft seinen Beitrag hierzu leisten.

 

Bilder vom Taubenmarkt 2015 (zum Vergrößern anklicken):